Zentrale Steuerung sämtlicher Geräte einer Produktionsanlage mit Device Type Managern (DTM)

Die Installation eines Druckers bei einem PC stellt selbst für Laien keine Schwierigkeit dar. In der Regel muss nur der entsprechende Treiber installiert werden, der die Daten für den Druckauftrag aufbereitet, und schon kann gedruckt werden.

Video: Online-Parametrierung eines digiCLIP mit dem Device Type Manager (DTM) von HBM.

Device Type Managern (DTM)

Mit Device Type Managern (DTM) kann dieses Funktionsprinzip nun auch bei der messtechnischen Überwachung von Produktionsanlagen eingesetzt werden. Wie bei Druckertreibern umfasst DTM alle Funktionen, die zur Parametrierung, Bedienung und Diagnose eines Feldgeräts notwendig sind – inklusive einer graphischen Benutzeroberfläche und eines Hilfesystems.

Effizienzsteigerung von Produktionsanlagen

Mit der Integration von DTM werden folgende Ziele verfolgt: Reduzierung von Wartungsaufwand und Stillstandszeiten sowie die Steigerung von Produkt- und Produktionsqualität – die gesamte Anlage lässt sich mit DTM optimieren. Zum einen wird eine bedarfsorientierte Wartung der Komponenten möglich, so dass routinemäßige Wartungseinsätze entfallen. Zum anderen wird die Anlagenverfügbarkeit erhöht. Eine deutliche Steigerung der Effizienz von Produktionsanlagen wird erreicht.

Zentrale Datenerfassung

Um diese Ziele zu erreichen, müssen die Daten von allen relevanten Anlageteilen erfasst und möglichst einfach und komfortabel den Servicetechnikern zur Verfügung gestellt werden – und dies an einem zentralen Punkt der Anlage. Die Schwierigkeit bestand bislang darin, dass die installierten Geräte in der Regel heterogen sind – also zum Beispiel von unterschiedlichen Herstellern stammen, und somit auch unterschiedliche Kommunikationsprotokolle verwenden.

Für eine Diagnose über den aktuellen Zustand eines Geräts müsste die jeweils passende Software installiert werden, die natürlich ebenfalls nur herstellergebunden funktioniert – vier Geräte von unterschiedlichen Herstellern bedeuten auch vier unterschiedliche Softwarelösungen. Genau dieses Problem wird mit den DTM und der Schnittstelle FDT (Field Device Tool) gelöst.

Integration intelligenter Feldgeräte in ein einziges System

Ein FDT definiert eine einheitliche Schnittstelle, die die Integration intelligenter Feldgeräte (auch unterschiedlicher Hersteller), die über einen entsprechenden DTM verfügen, in ein einziges System ermöglicht. Auch dies lässt sich am Beispiel eines PCs verdeutlichen: Damit ein Textverarbeitungsprogramm einen Druckertreiber korrekt ansprechen kann, muss die Schnittstelle zwischen der Anwendung, also dem Textverarbeitungsprogramm, dem Betriebssystem und dem Treiber klar definiert sein. Diese Funktion übernimmt in einem Engineering-System das FDT.

DTM – optimal auf das Gerät abgestimmt

Aufgrund dieser einheitlichen Schnittstelle ist es möglich, beliebige Geräte in ein System zu integrieren – unabhängig von Hersteller oder Feldbusprotokoll. Einzig ein entsprechender DTM muss mit dem jeweiligen Gerät zur Verfügung gestellt werden. Der DTM stammt üblicherweise vom Hersteller und ist somit optimal auf das Gerät abgestimmt.

Spezifische Stärken und Vorteile des Geräts bleiben erhalten, da es perfekt unterstützt wird. Besonders komfortabel dabei: Die graphische Benutzeroberfläche unterscheidet sich, wie auch bei PC-Druckern, bei allen DTM nur marginal, so dass der Umgang auch mit einem neuen Gerät nicht erst erlernt werden muss.

FDT-Rahmenapplikation

Systeme mit FDT-Schnittstelle werden FDT-Container oder FDT-Rahmenapplikation genannt und beinhalten die eigentliche Anwendung: Leitsystem, Monitoring, Konfiguration, Engineering oder Asset Management. Die definierte FDT-Schnittstelle gewährleistet dabei die Interoperabilität. Oder anders formuliert: Sie stellt die problemlose Funktion sämtlicher DTM in der gewünschten Rahmenapplikation sicher.

Beispiel Monitoring-System

Die Vorteile eines mit FDT-Schnittstelle ausgestatteten Systems lassen sich am Beispiel eines Monitoring-Systems leicht veranschaulichen. Mussten zuvor Funktionsstörungen direkt am Gerät selbst lokalisiert und behoben werden, genügt nun ein Doppelklick auf das entsprechende DTM, das in der Regel bereits einen Alarmhinweis gesendet hat, und der Servicetechniker erhält einen Zustandsbericht und kann eine erweiterte Diagnose starten – und dies von einem zentralen Punkt aus, von dem aus sämtliche Anlagenteile über die entsprechenden DTM verwaltet werden. Da zumeist auch die Parametrierung über DTM erfolgt, ist oft auch Fehlerbehebung sofort möglich.

digiCLIP mit DTM

Speziell für die Industriemessverstärker digiCLIP wurde von HBM ein DTM entwickelt, der die genannten Vorteile voll nutzt. Da digiCLIP ebenfalls TEDS unterstützt, das elektronische Datenblatt im Aufnehmer, wird neben Monitoring und Wartung auch die Parametrierung zu einem Kinderspiel. Denn digiCLIP erkennt vollautomatisch mit TEDS ausgerüstete Aufnehmer – komplizierte Einstellungen entfallen. Das ist Plug & Measure im wahrsten Sinne des Wortes.

Sie haben bereits einen digiCLIP im Einsatz und wollen nun nachträglich den DTM verwenden? Kein Problem – HBM bietet Ihnen den passenden Device Type Manager als kostenlosen Download an.

Vorteile FDT/DTM Technologie

  • Freie Produktwahl ohne Einschränkung bei der Systemintegration
  • Zentraler Zugriff auf alle Feldgeräte
  • Hohe Anwenderfreundlichkeit
  • Unterstützung sämtlicher Feldbusprotokolle
  • DTM-Verwaltung
  • Einheitliche Benutzeroberfläche der DTM
  • Volle Unterstützung aller Gerätefunktionen
  • Geringere Komplexität der Anlage
  • Weniger Schulungsbedarf der Mitarbeiter
  • Bedarfsorientierte Wartung
  • Kostenreduktion und Effizienzsteigerung durch reduzierte Stillstandszeiten