Geschichte der Lebensmittelhygiene

Meilensteine der Lebensmittelhygiene

Kontaminierte Lebensmittel werden schnell zur tödlichen Gefahr. Schon seit ihren Anfängen sorgt sich die Menschheit deshalb um die "Lebensmittelhygiene" - auch wenn dieser Begriff erst im 19. Jahrhundert eingeführt wurde. Ein Streifzug durch die Geschichte der Lebensmittelhygiene:

Hygiene: Dieser Begriff leitet sich vom griechischen Wort "hygienos" ab, das für gesund und heilsam steht. Und genau diese Funktion sollten Lebensmittel auch für uns Menschen erfüllen. Die Verfügbarkeit von gesunder, heilsamer Nahrung ist existenziell - und deshalb hat der Mensch bereits vor tausenden von Jahren darüber nachgedacht, wie er Nahrungsmittel ordnungsgemäß lagern und behandeln kann, damit sie über eine lange Zeit hinweg verzehrfertig sind.

Die Sicherheit von Lebensmitteln: Seit jeher existenziell wichtig

Neben den Techniken zur Haltbarkeitsmachung entwickelten sich sehr früh auch Gesetze und Regelwerke, die den Umgang mit Lebensmitteln regeln sollten. So sind in der Antike bereits zahlreiche Nahrungsmitteltabus bekannt. Diese hatten oft einen rituellen und religiösen Charakter - dienten aber immer wieder auch für die Lebensmittelhygiene. So wird bereits um 1.800 vor Christus in Judäa ein Verbot erlassen, Schweinefleisch zu essen. In Indien entwickelt sich um 500 v.Chr. eine Liste von unreinen Lebensmitteln. Dazu gehören etwa mit einem Schwert geschnittenes Fleisch, Hundefleisch, Menschenfleisch und vieles mehr.

Und auch das Mittelalter ist eine Zeit, in der die Regelwerke zur Lebensmittelhygiene immer weiter fortgeschrieben werden. So erlässt im Jahr 1202 König John von England das erste Nahrungsmittelgesetz überhaupt.

Hygiene-Boom im 19. Jahrhundert

Aber erst im 19. Jahrhundert war es dann soweit: Mit der Blüte von Wissenschaft und Technik entwickelte sich auch der Hygiene-Begriff, wie wir ihn bis heute verwenden. Damals, mit Aufkommen der industriellen Revolution, erfolgt die Herstellung von Lebensmitteln zunehmend in industrialisierter Form. Damit einher ging die Entwicklung von immer neuen Verfahren, um Lebensmittel haltbarer zu machen, sowie die Keime bei der Herstellung von Nahrungsmitteln zu reduzieren. Und so ging die Entwicklung Schlag auf Schlag:

  • 1850 entwickelt der britische Wissenschaftler John Tyndall das Verfahren der Tyndallisierung zur Keimreduktion in hitzeempfindlichen Lebensmitteln
  • 1855 entdeckt Friedrich Küchenmeister den Zusammenhang zwischen Einsiedlerbandwurm des Menschen und der Schweinefinne
  • 1860 weist Friedrich Albert Zenker die Infektiosität der Trichinen nach
  • 1864 erfindet der französische Chemiker Louis Pasteur das Verfahren der Pasteurisierung zur Haltbarkeitmachung von Lebensmitteln
  • 1895 erschafft Carl von Linde ein Kühlverfahren zur Haltbarkeitmachung von Lebensmitteln.

Und auch im 20. und 21. Jahrhundert entwickeln sich die technischen Verfahren zur Lebensmittelhygiene immer weiter. Aber auch die Politik und Gesetzgebung wird zur Macht: Immer mehr Regelwerken sorgen für mehr Sicherheit bei der Herstellung von Lebensmitteln. Angefangen vom Food and Drugs Act und dem Meat Inspection Act, die 1906 den US-Kongress passierten - bis hin, 100 Jahre später, zur gemeinsamen EU-Vorschrift für Lebensmittelhygiene, die Unternehmen haftbar machen für die Einhaltung der Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit.

Lebensmittel: Dank modernster Technologien heute so sicher wie nie zuvor

Heute sind wir in der glücklichen Situation, dass unsere Lebensmittel so sicher vor Kontaminationen und Verunreinigung sind wie nie zuvor. Möglich gemacht haben diese Entwicklung die immer strengeren Gesetze - aber auch technologische Entwicklungen, die zur Steigerung der Lebensmittelhygiene bereits bei deren Produktion sorgen.

In dieser Tradition steht auch die neue hygienische Wägezelle PW27 von HBM: Sie ermöglicht als wichtige Komponente das effiziente und genaue Betreiben von Lebensmittelverpackungs- und abfüllanlagen, sowie von Mehrkopfwaagen und statischen Waagen. Und das bei Beachtung der neuesten Erkenntnisse aus der Hygieneforschung. Damit wir heute und in Zukunft auf unsere Lebensmittel vertrauen können - und sie gesund und heilsam wirken, wie es der Hygienebegriff ja schon vorsieht.

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