Wägetechnische Fachbegriffe - kurz erklärt von … Michael Kadziela

PW27, die erste hygienische Wägezelle

 

Wägetechnik spricht ihre eigene Sprache. Was es nicht leichter macht: Selbst in einschlägiger Fachliteratur werden wichtige Begrifflichkeiten der Wägetechnik oft durcheinander geworfen und falsch definiert. Daherhabe ich eine Auswahl von Begriffen mit den korrekten Definitionen für Sie zusammengestellt.

Was sagt die Messunsicherheit über die Präzision? Wie genau muss die Vergleichsgröße beim Kalibrieren sein? Und was unterscheidet eine Kalibrierung von einer Eichung? Die Spitzenreiter der falsch angewandten wägetechnischen Begriffe möchte ich Ihnen hier genauer erläutern:

Messunsicherheit

Die Messunsicherheit gibt an, innerhalb welcher Spanne um den gemessenen Wert der richtige Gewichtswert mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt, bündelt also die Einflüsse, die z. T. auch als Messfehler bezeichnet werden. Die Messunsicherheit umfasst die Wägezelle und den dafür notwendigen Wägeindikator (Messverstärker) und gibt eine erste Übersicht über eine maximal erreichbare Wägegenauigkeit. Fehler, welche aus der mechanischen
Wägekonstruktion (Kraftneben-schlüsse etc.) und dem Prozess (Dynamik etc.) hinzukommen, sind zusätzlich zu betrachten!

Kalibrieren

Kalibrieren beschreibt die Tätigkeit, eine Waage mit Hilfe einer Vergleichsgröße (z. B. Massestück) auf deren Genauigkeit (Anzeigewert) zu überprüfen. Sinnvoll ist dabei, dass die Vergleichsgröße eine höhere Genauigkeit (z. B. Eichgewicht) hat als die Waage selbst. Es erfolgt jedoch kein Eingriff in die Messkette.

Eichen

Prinzipiell ist eine Eichung einer Kalibrierung gleichzusetzen. Allerdings ist die Eichung ein juristischer Vorgang, welcher z. B. Eichämtern oder anderen zugelassenen Stellen vorbehalten ist. Auch hier erfolgt keinerlei Eingriff in die Messkette zur Verbesserung / Anpassung des angezeigten Wertes an die Vergleichsgröße (Eichgewicht). Eichen ist für den rechtsgeschäftlichen Verkehr unerlässlich und wird durch Gesetze (z. B. Eichintervalle) eindeutig geregelt.

Justieren

Justieren wird beim Neuaufbau eines Wägesystems oder bei Ausfall einer Komponente der Messkette erforderlich. Hierbei erfolgt ein Eingriff in die Messkette. So wird z. B. als erster Schritt der Nullpunkt (Tarieren) der Waage im unbelasteten Zustand mit z. B. einer Wägeplattform oder einem Rührwerk erfasst. Der Endpunkt der im Ansatz linearen Belastungskennlinie wird für die Anzeige in der Einheit der [physikalischen] Messgröße entsprechend dem aufgebrachten Vergleichsgewicht als Verstärkungsfaktor des Wägeindikators angepasst. Für die Exaktheit einer Justage ist die Genauigkeit der Vergleichsgröße (ideal: Eichgewichte) entscheidend. Das Justieren erfordert häufig zumindest eine Kalibrierung zur Überprüfung oder sogar eine Eichung.

IFFA Frankfurt, Leitmesse der Deutschen Fleischwirtschaft, Quelle - Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jochen Günther
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Michael Kadziela

Bei HBM seit:

Januar 2013

Position:

Vertriebsingenieur Wägetechnik/ OEM

Mein Highlight:

Der Besuch der IFFA Frankfurt, der Leitmesse der deutschen Fleischwirtschaft. Ich war überwältigt von der Internationalität der Messe und der Innovationsstärke der vorgestellten Produkte.

Mein Lieblingsprodukt:

Mit 29 Jahren bin ich in einer Lebensphase, in der die Familienplanung ein sehr wichtiges Thema ist. Man mag sich gar nicht vorstellen was auch nur eine verseuchte Produktionslinie für Babynahrung anrichten könnte. Besonders stolz bin ich darauf, dass HBM hier Pionierarbeitet leistet. Mit der Plattformwägezelle PW27 hat HBM die erste Wägezelle auf den Markt gebracht, die von der European Hygienic Engineering & Design Group (EHEDG) für offene Lebensmittelprozesse zugelassen wurde.

Ich habe mich für HBM entschieden, weil:

HBM ein toller Arbeitgeber ist, der in meine persönliche Entwicklung investiert. Der Kundenkontakt ist sehr spannend, interessante Kundenprojekte fordern mich jeden Tag aufs Neue.

IFFA Frankfurt, Leitmesse der Deutschen Fleischwirtschaft, Quelle - Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jochen Günther