Genauigkeitsklasse

Die Genauigkeitsklasse eines HBM-Drehmomentaufnehmers besagt, dass die größte derjenigen Einzelabweichungen, die in Prozent angegeben sind, kleiner oder gleich dem als Genauigkeitsklasse angegebenen Wert ist. Dabei wird die Kennwerttoleranz nicht einbezogen. Die Genauigkeitsklasse umfasst folgende messtechnische Eigenschaften, die unten noch separat erläutert sind:

  • Linearitätsabweichung einschließlich Hysterese (dlh)
  • Relative Standardabweichung der Wiederholbarkeit (σrel)
  • Temperatureinfluss (bezogen auf 10 K) auf das Nullsignal (TK0)
  • Temperatureinfluss (bezogen auf 10 K) auf den Kennwert (TKc)

Bei Aufnehmern mit mehreren elektrischen Ausgängen (Frequenz- und Spannungsausgang) ist zur Bestimmung der Genauigkeitsklasse der Ausgang mit der höheren Genauigkeit ausschlaggebend. Die Genauigkeitsklasse darf nicht mit einer Einstufung in eine Klasse nach DIN 51309 oder EA-10/14 verwechselt werden.

Genauigkeitsklasse oder Gesamtgenauigkeit?

Für die Praxis gibt die Genauigkeitsklasse einen Anhaltspunkt für die Eingruppierung der jeweiligen Typenreihe innerhalb des HBM-Programms. Sie ist nicht mit der Gesamtgenauigkeit im praktischen Einsatz zu verwechseln, bei dem die verschiedenen Einzeleinflüsse gleichzeitig wirken.

Beispiel:

Betrachtet wird der Drehmoment-Messflansch T10F einerseits in Ausführung mit Option "S" (Standartausführung) und andererseits in Ausführung mit Option "G" (d.h. verringerte Linearitätsabweichung einschl. Hysterese) jeweils für die Messbereiche 100 N·m bis 10 kN·m.

Bei der Ausführung "S" sind die im Datenblatt angegebenen Höchstgrenzen für den Temperatureinfluss auf das Nullsignal (TK0) 0,05 %, für den Temperatureinfluss auf den Kennwert (TKC) 0,1 % und für die Linearitätsabweichung einschl. Hysterese (dlh) ±0,1 %. Wegen der beiden Letzgenannten wird die Genauigkeitsklasse hier mit 0,1 angegeben. Bei der Ausführung "G" ist hingegen die Linearitätsabweichung einschl. Hysterese (dlh) verbessert und berträgt nur 0,05 %.

Da aber der Temperatureinfluss auf den Kennwert (TKC) weiterhin 0,1 % beträgt, ist nun dieser die größte prozentual angegebene Einzelabweichung und die Genauigkeitsklasse beträgt auch für die Ausführung "G" 0,1.

Es scheint also, als ob die Ausführung "G" keinen erhöhten Nutzen biete. Jedoch weist sie den relativ größten Einfluss nur bezüglich einer einzigen Kenngröße, dem TKC, auf. Diese stellt als einzige aus der Gruppe der die Genauigkeitsklasse bestimmenden Kenngrößen ein Istwert-bezogenes Maß für Abweichungen dar, so dass sie etwa bei Messungen im Teillastbereich weit geringeren Einfluss hat.


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