Sie planen den Einsatz neuer messtechnischer Instrumente? Dann achten Sie nicht nur auf den Kaufpreis der Produkte.

In den Betriebs- und Installationskosten schlummern erhebliche Einsparpotenziale. Und so manch ein „Schnäppchen“ erweist sich rasch als teure Anschaffung mit erheblichen Folgekosten. Lesen Sie in diesem Artikel, auf welche Faktoren Sie achten müssen - und wie Sie die tatsächlichen Kosten berechnen können.

Es ist eigentlich ein einfaches Rechenexempel. Angenommen, Sie möchten ein neues Mehrkanal-Messsystem erwerben, das Sie die nächsten sieben Jahre lang nutzen möchten. Und angenommen, das Gerät würde 10.000 Euro kosten - wären dies dann die endgültigen Kosten für Ihre Messtechnik? Natürlich nicht.

Eine ganze Menge anderer Kosten kommen hinzu - oftmals erscheinen sie nur nicht auf einer Rechnung oder in einem Angebot. So kostet es Sie Zeit und Aufwand, die Messaufgabe und Anforderungen an die Messtechnik zu definieren. Alle Abstimmungen und Recherchen inbegriffen, kann der Aufwand dafür schon einmal bei einer Woche liegen.

Die Kosten bei 40 Stunden und einem durchschnittlichen Stundensatz von 70 Euro: 3.000 Euro. Implementierung und Einweisung für die neuen Geräte kommen hinzu. Dies ist beispielsweise die elektrische und mechanische Integration sowie die Anbindung an die Prüfstandsautomatisierung. Auch hier kommen schnell 60 Stunden (1,5 Wochen) zusammen.

Nach unserer Stundenkalkulation wären dies, nochmals 4.000 Euro, die zu Buche schlagen würden. Und dann noch die Betriebskosten: Konfiguration, Anpassung, Auswertung über sieben Jahre Einsatz - da fallen einige Ausgaben an, die sich schon bei einer Stunde Aufwand pro Woche auf 13.000 Euro summieren (kalkuliert bei einer Geräteauslastung von 50 Prozent). Am Ende steht also ein Kostenblock von 30.000 Euro - wohingegen sich der reine Kaufpreis von 10.000 Euro recht bescheiden ausnimmt.

Der reine Kaufpreis ist der geringste Kostenblock

Diese Zahlen sind zunächst einmal hypothetisch gerechnet, allerdings auf realistischen Werten. Doch einmal ganz abgesehen von den konkreten Rechnungen wird klar: Die gesamten Kosten für Betrieb und Anschaffung von Messtechnik gehen über den reinen Kaufpreis weit hinaus. Dies ist letztendlich auch die Aussage des „Total Cost of Ownership“ (TCO). TCO ist mehr als reine Wirtschaftstheorie. Immer mehr Unternehmen weltweit richten bei Investitionsentscheidungen ihren Fokus weg von den reinen Kosten eines Produktkaufs und hin zu den Gesamtkosten, die während des Geräteeinsatzes entstehen. Und dieser Ansatz gilt in besonderer Weise auch für Investitionsentscheidungen in der Messtechnik.

So werden immer mehr technische Dienstleistungen - z. B. die Inbetriebnahme von Messgeräten oder gar die Durchführung von Messungen - nicht mehr im Haus selbst getätigt, sondern als Dienstleistung eingekauft. Immer häufiger fehlt messtechnisches Spezialwissen in den Unternehmen. Neue Nutzungskonzepte spielen eine wichtige Rolle: So werden messtechnische Geräte für immer vielfältigere Zwecke eingesetzt, kommen in unterschiedlichen Mess- und Prüfprojekten zur Verwendung. Das sorgt für zusätzliche Kosten, die beachtet werden müssen. Und auch die bisher oft hingenommenen „internen“, indirekten Kosten für die Arbeitszeiten werden genauer betrachtet - in Zeiten knapper Ressourcen ist dies ein sehr wichtiger Aspekt.

Wie lassen sich die Gesamtkosten senken?

Doch: Wie lässt sich die Total Cost of Ownership bei messtechnischen Produkten tatsächlich definieren? Und, noch viel wichtiger: Wie lassen sich diese Kosten senken?

Die Zusammensetzung der TCO ist in der Regel applikationsabhängig und kann daher nicht mit Standardformeln berechnet werden. Klar ist: Die TCO sollten alle Kosten im Lebenszyklus der Messaufgabe enthalten. Dieser ist verbunden mit Hard- und Software, Dienstleistungen, Engineeringaufgaben sowie internen Kosten, die bei Ihnen im Unternehmen vor, während und nach der Inbetriebnahme der Messtechnik anfallen.

Generell lässt sich sagen: Die Anschaffungskosten, in der Fachsprache „Capex“ genannt, haben in der Regel nicht den größten Anteil an den TCO-Gesamtkosten. Bislang ist der Capex jedoch häufig kaufentscheidend: Verschiedene Angebote werden verglichen, und der günstigste Anbieter erhält den Zuschlag. Viel Sparen kann man hier nicht. Das weitaus größere Einsparpotenzial bieten jedoch die Implementierungs (Impex)- und Betriebskosten (Opex).

Das zeigt auch der Blick auf unser Rechenbeispiel: Liegt der Kaufpreis für ein Mehrkanalmesssystem bei 10.000 Euro, dann werden sich die Einsparmöglichkeiten in einer Spanne von vielleicht 1.000 oder 2.000 Euro bewegen, falls es sehr günstige Anbieter am Markt gibt. Einsparungen beim Capex, dem Kaufpreis, verschaffen einem zwar die kurzfristige Freude, ein „Schnäppchen“ gemacht zu haben. Aber den großen Kostenblock, den bildeten Implementierung und Betrieb (Impex und Opex) mit 20.000 Euro. Und hier besteht ein erhebliches Einsparpotenzial, das weit über die Möglichkeiten beim Capex hinausgeht.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren für deutliche Kostensenkungen in Anschaffung und Betrieb von Messtechnik sind:

  • Optimale Beratung und Vorbereitung bei dem Erwerb von Messtechnik
  • Einsatz moderner Bedienkonzepte (Usability)
  • Regelmäßige oder bedarfsbezogene Wartung

Nutzen Sie überhaupt das richtige System?

Optimale Beratung und Vorbereitung bei dem Erwerb von Messtechnik

Die Welt der Messdatenerfassung befindet sich in einem massiven Umbruch. Kleiner, kompakter, vielseitiger - dies sind einige der Trends, die sich derzeit in Technologie und Markt abzeichnen. Umso vielfältiger ist auch das Angebot passender Messtechnik-Systeme für Ihre Aufgaben. Das ist einerseits ein Vorteil - andererseits erhöht es auch das Risiko, dass Sie ein System erwerben, das nicht optimal auf Ihre Aufgaben zugeschnitten ist - und damit zusätzliche Kosten für Kauf, Inbetriebnahme, Rüstzeiten und Nutzung erzeugt.

Unsere Empfehlung: Umfassende Beratung schon vor dem Kauf. Nutzen Sie zum Beispiel das Know-how der Messtechnik-Experten von HBM frühzeitig: Unsere Spezialisten helfen Ihnen, durch gezielte Analyse und mit breitem Anwendungswissen eine passgenaue Auswahl aller Komponenten der Messkette zu treffen:

  • Aufnehmer und Sensoren
  • Messdatenerfassungssysteme
  • Software.

Als Komplettanbieter für alle Komponenten der Messkette gewährleistet HBM die Interoperabilität der Komponenten und erspart Ihnen den Aufwand der Systemauswahl und des Systemaufbaus.

Immer wichtiger wird auch die Rolle von „Application Engineering“: Hier erarbeiten Ingenieure und Techniker von HBM bei Ihnen im Haus einen passenden Lösungsvorschlag für die Integration der Messtechnik. Ihr Vorteil: Einarbeitungsaufwand und Engineering bei Ihnen entfallen.

Einsatz moderner Bedienkonzepte

Hohe Kosten durch Fehlbedienungen minimieren

Wo die Technologie immer komplexer wird, muss deren Bedienung immer einfacher werden - denn ansonsten verliert sich der Nutzer in langwierigen Einführungs- und Parametrierungsarbeiten. Wenn Sie wirklich Kosten sparen wollen, dann setzen Sie auf Produkte mit hoher Usability, also einem hohen Grad an Nutzerfreundlichkeit. Probieren Sie Hardware- und Softwarelösungen im Voraus aus, und testen Sie deren Bedientauglichkeit.

Usability zahlt sich aus: Nutzer brauchen nicht mehr lange, um sich in die Bedienung eines Messgeräts einzuarbeiten, sondern können auf bekannte Bedienkonzepte zurückgreifen. Dies ist ein wichtiger Faktor, da immer mehr - und häufig auch immer mehr fachfremde - Mit-arbeiter mit einem Messgerät arbeiten. Und: Usability senkt Kosten, weil Fehlbedienungen und dadurch das Erfassen falscher Messergebnisse vermieden werden.

Usability in der Messtechnik ist daher mehr als ein Plus an Komfort für den Anwender. Usability bietet die größte Möglichkeit, Kosten zu senken.

HBM arbeitet seit Jahren daran, in seinen Produkten ein Höchstmaß an Usability zu erreichen. So erkennt der Messverstärker QuantumX automatisch alle angeschlossenen Aufnehmer - ohne dass noch zusätzliche Parametrierungen oder Einstellungen vorgenommen werden müssten, wie dies bei anderen Messverstärkern der Fall ist. Auch die Softwarelösungen von HBM bedienen sich bekannter Bedien- und Nutzungskonzepte und helfen dem Nutzer, bereits nach wenigen Sekunden zum Messergebnis und Report zu gelangen.

Regelmäßige oder bedarfsbezogene Wartung

Ausfallzeiten minimieren

Nur zuverlässige und rückführbare Messergebnisse lassen eine Aussage über die Qualität der Messung zu. Eine bedarfsoptimierte Wartung erhöht die Verfügbarkeit der Anlage und reduziert Kosten, die durch überflüssige Wartungsvorgänge entstehen würden.

Mit einem intelligenten Wartungskonzept sorgen Sie also vor - und können eine deutliche Senkung der Ausfallzeiten bewirken. Ein enormer Kostenvorteil.

Überlegen Sie sich also beim Erwerb neuer messtechnischer Produkte auch die Nutzung passender Dienstleistungskonzepte. HBM bietet Ihnen z. B. eine Reihe passender Dienstleistungsangebote für die regelmäßige, vorbeugende oder bedarfsorientierte Instandhaltung.

Das Dienstleistungs-Portfolio von HBM umfasst darüber hinaus Remote- oder Vorort-Unterstützung, praxisnahe Technologie-Schulungen bis hin zur Projektbetreuung.

Rechenbeispiel

Und was bringt das genau? Schauen wir uns noch einmal die Kostenblöcke des Rechenbeispiels an:

Lagen die Kosten für die Festlegung der Messaufgabe und der Anforderungen hier ursprünglich bei 40 Stunden (= 3.000 Euro), so lässt sich dies auf einen Arbeitstag mit 8 Stunden senken - und zwar durch die Nutzung von Beratungsleistungen, wie sie HBM erbringt. Dort erhalten Sie „maßgefertigt“ einen Vorschlag für das passende Messsystem. Und so sinken die Kosten von 3.000 Euro auf 600 Euro.

Weitere Punkte:

  • Der Preis für den Erwerb des Messverstärkersystems bleibt in dieser Kalkulation bei 10.000 Euro
  • Aufgrund der Erfahrung und des täglichen Umgangs mit automatisierten Messsystemen erhalten Sie durch Applikationsingenieure von HBM einen wirtschaftlichen Vorteil beim „Application Engineering“ und Support. Damit könnte der Aufwand um die Hälfte auf 30 Stunden, also von 4.000 auf 2.100 Euro sinken.
  • Aufgrund der Wahl eines Systems mit höherer Usability und der Nutzung zielgerichteter Wartungsverträge fällt der Aufwand für Konfiguration, Anpassung und Auswertung auf 45 Minuten pro Woche (bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen) – das macht einen Betrag von 9.500 Euro statt 13.000 Euro.

Insgesamt betragen die Kosten über sieben Jahre gesehen also 22.200 Euro statt 30.000 Euro - eine Ersparnis von 26 Prozent.

Überprüfen Sie selbst: Auch bei Ihren Messprojekten, bei Ihren Einsatzszenarios für Messtechnik finden sich gerade im Bereich der Installations- und Betriebskosten erhebliche Einsparpotenziale. Potenziale, die Sie nutzen sollten und können, wenn Sie die Folgekosten schon bei der Anschaffung neuer Produkte beachten. Mit einem Paket aus leistungsstarker, auf Ihre Anwendung zugeschnittener Technik, intelligenter Wartung und begleitenden Supportleistungen nutzen Sie Messtechnik als Effizienzbringer für Ihre tägliche Arbeit. Und auch für bestehende Anlagen sorgen Support-, Trainings- und Wartungskonzepte für geringere Kosten und Effizienz. Sprechen Sie uns an.

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