DMS-Installationen auf faserverstärkten Kunststoffen haben einige Eigenheiten, die sich von normalen Installationen unterscheiden:

  • Die mechanischen Eigenschaften sind richtungsabhängig, weshalb die normale Theorie (Hooke’sches Gesetz) nicht mehr anwendbar ist, ohne dass Kenntnis über die Richtungsabhängigkeit des E-Moduls vorhanden ist.
  • Für die Auswahl der DMS gilt im Prinzip die gleiche Regel, wie bei Beton: Die Länge des DMS sollte den Abstand der Fasern mindestens um den Faktor 5 übertreffen. Die Breite des DMS sollte ebenfalls mehrere Fasern überbrücken.
  • Vorsicht ist bei der Behandlung von Kunststoffen mit Lösungsmitteln geboten, weil durch deren Angriffe Quellungen oder Spannungskorrosionen auftreten können. Als weitgehend unbedenklich, insbesondere im Hinblick auf die kurze Kontaktzeit, können Reinbenzin und Isopropylalkohol angesehen werden. In kritischen Fällen sollte immer ein Vorversuch gemacht werden, weil bei der ungeheuer großen Zahl modifizierter Kunststoffe eine eindeutige Vorhersage nicht möglich ist. Dies gilt auch für den Einsatz des Reinigungsmittels RMS1.
  • Folgende Messstellenvorbereitung ist empfehlenswert: Aufrauen mit Schmirgelleinen (Körnung 400), anschließend mit / in seifenhaltigem Wasser reinigen und anschließend gut mit Wasser (ideal: entionisiertes Wasser) spülen.
  • Für die Installation von Dehnungsmessstreifen eignen sich alle kalthärtenden Kleber des HBM-Programms.
  • Die Spannungsspitzen zwischen den Fasern sind oft um ein Vielfaches höher, als die mittlere Dehnung. Dies hat zur Folge, dass der DMS punktuell überlastet werden kann, seine maximale Dehnbarkeit also erreicht bzw. überschritten wird, obwohl am Meßverstärker eine weitaus geringere Dehnung angezeigt wird. Es besteht also die Gefahr, dass der DMS vereinzelt überlastet (dauerhaft beschädigt) wird, oder die gesamte Applikation versagen kann. Tritt dieses Problem auf, kann der Einsatz einer dünnen Polyimide-Folie zwischen dem DMS und dem Werkstück sinnvoll sein. Diese Folie wird zwischen Bauteil und DMS geklebt und wirkt vorintegrierend, d.h. sie „verteilt“ die Spannungsspitzen unter dem DMS-Messgitter. Da sich höhere Schichtdicken ergeben, sollte die Folie nur eingesetzt werden, wenn hohe Dehnungen erwartet werden.
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