Sensoren sind in Produktion und Fertigung ein unverzichtbares Mittel zur Qualitätssicherung – zum Beispiel bei der Überwachung von Fügeverbindungen. Dabei wird von der Messtechnik einfachste Handhabung und Robustheit erwartet. Insbesondere die Installation soll rasch und natürlich fehlerfrei erfolgen, so dass die Produktion sofort wieder aufgenommen werden kann.

Das in der Prüfstandstechnik bereits vielfach bewährte „Transducer Electronic Datasheet“ (TEDS) bietet gerade auch für den Einsatz in der Produktion interessante Möglichkeiten für die Minimierung der Rüstzeiten. Intelligente, mit TEDS ausgestattete Aufnehmer konfigurieren das Messsystem automatisch – das Plug & Play Zeitalter hat nun auch in der Produktionsüberwachung begonnen.

In mechanischer Hinsicht stellt die Integration von Sensoren in die Produktionsumgebung meist kein Problem dar. Allerdings ist die Einstellung des Messverstärkers gemäß den Sensoreigenschaften eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Hierzu sind Mitarbeiter erforderlich, die sowohl mit der Sensortechnologie als auch mit der Bedienung der Messverstärker vertraut sind. Und selbst für gut geschulte Messtechniker ist die Installation der kompletten Messkette eine zeitaufwändige Aufgabe, die häufig eine Unterbrechung der gesamten Produktion und Fertigung erfordert. Kurze Rüst- und Wartungszeiten müssen daher oberstes Kriterium bei der Auswahl der richtigen Messtechnik sein, will man hohe Folgekosten vermeiden.

Anschließen und sofort messen

Ein Sensor, der den angeschlossenen Messverstärker automatisch konfiguriert, würde nicht nur die Installationszeiten drastisch verkürzen, sondern auch für zuverlässigere Messergebnisse sorgen. Wenn dieser Sensor dann auch noch alle wichtigen Informationen – Kalibrierdaten, Seriennummer, Typenbezeichnung, Messstelle – auf einem kleinen Speicherchip serienmäßig mitbringen würde, dann stünde dem Prinzip „Anschließen und sofort messen“ nichts mehr im Weg. Zukunftsmusik? Nein, denn mit den Transducer Electronic Datasheet, kurz TEDS, hat das Plug & Play Prinzip Einzug in die Messtechnik gehalten.

Möglich wird dies durch einen winzigen, nicht-flüchtigen, elektronischen Speicherbaustein, EPROM (erasable programmable read-only memory), auf dem sämtliche relevanten Sensordaten abgelegt werden: neben den bereits genannten Informationen zum Beispiel auch die zu verwendende Speisespannung, das Datum der letzten Kalibrierung sowie die Initialen des Institutes oder des Dienstleisters (z.B. das HBM-Kalibrierlabor), der die Kalibrierung durchgeführt hat.

Erhöhte Sicherheit für Ihre Messaufgabe

In der Anwendung garantiert die TEDS-Technologie vereinfachtes und sicheres Messen: Die wichtigen Kenndaten des Sensors sind auf dem TEDS gespeichert, der Messverstärker liest diese aus und stellt sich entsprechend ein. All dies ist ohne Änderung der Verschaltung möglich, d.h. es sind keine zusätzlichen Leitungen zum Sensor notwendig. Für die Verwendung von TEDS muss lediglich der Verstärker dazu in der Lage sein, TEDS auslesen zu können.
TEDS ist ein industrieweit akzeptierter Standard und nicht auf HBM-Produkte beschränkt. Das heißt, dass auch Aufnehmer und Sensoren anderer Hersteller über TEDS angeschlossen werden können.

Immenses Einsparungspotential in Produktion und Fertigung

Neben der drastisch vereinfachten Installation und damit verbundenen Zeitersparnis bietet TEDS zahlreiche weitere Kostenvorteile: Fällt ein Sensor aus, kann dieser sofort identifiziert und ausgetauscht werden. Die mühsame Suche und eine damit verbundene Unterbrechung der Produktion gehören damit endgültig der Vergangenheit an. Der Austausch des Sensors kann dann auch von einem nicht geschulten Mitarbeiter durchgeführt werden, da die Messkette nicht eingestellt werden muss. Lediglich die Funktion „TEDS automatisch benutzen“ muss aktiviert werden, und schon liest der Messverstärker die TEDS-Informationen vom Sensor und stellt sich darauf ein. Somit sind kurze Rüst- und Wartungszeiten garantiert.

TEDS problemlos nachrüsten

Auch die Nachrüstung von TEDS in bestehende Messsysteme ist problemlos möglich. Der Chip ist derart kompakt, dass er sich mühelos in den Stecker oder das Kabel des Aufnehmers einsetzen lässt. Dass die Nachrüstung intelligenter Aufnehmer hervorragende Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz bietet, haben bereits zahlreiche Unternehmen erkannt. Der TEDS-Standard basiert auf der Norm IEEE 1451.4, an deren Entwicklung HBM maßgeblich mitgearbeitet hat.

TEDS-Vorteile im Überblick:

  • Kostenersparnis durch drastisch verkürzte Einrichtzeiten und schnellere Messungen dank Plug and Measure
  • Vermeidung von längeren Produktionsausfällen durch reduzierte Wartungszeit und geringeren Wartungsaufwand dank verbesserter Diagnose-Möglichkeiten (Aufnehmer-Austausch)
  • Fehlerfreie Konfiguration des Messsystems
  • Höhere Zuverlässigkeit und verbesserte Nachvollziehbarkeit von Messergebnissen dank eindeutiger Identifikation und Nutzung von Kalibrierdaten

TEDS-Dongle für das Schreiben eigener Daten

Sie haben spezielle Anforderungen und wollen eigene Daten in TEDS schreiben oder vorhandene TEDS-Templates kopieren? Mit dem TEDS-Dongle ist dies problemlos möglich, denn er erlaubt das Lesen und Schreiben von TEDS-Informationen auf den Speicherchip.

Damit können TEDS-Templates leicht auf neue Sensoren übertragen werden oder auch auf einem angeschlossenen PC archiviert werden. Der Dongle wird einfach über den USB-Port an einen Windows-PC angeschlossen. Eine zusätzliche Spannungsversorgung ist nicht erforderlich. Die nötige Software, der „TEDS-Editor“, liegt auf CD-ROM kostenlos der Lieferung bei oder kann über www.hbm.com/support bezogen werden. Für den Anwender mit weitergehenden Anforderungen kann auch der Kennwert geändert werden, zum Beispiel, wenn ein Kraftaufnehmer im Kraftnebenschluss eingesetzt wird. Aber auch das Ablegen einer Filterfrequenz für die Anwendung oder die Vergabe eines Kanalnamens ist möglich.


Produktionsüberwachung mit HBM

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