Measurement 2.0: Wie die Test- & Measurement-Welt der Zukunft aussieht

Eine Positionsbestimmung von Zoltan Teleki

Die Anforderungen an Anbieter messtechnischer Produkte steigen. Unternehmen wollen ihre Produkte immer schneller auf den Markt bringen und – bei stetig komplexeren Technologien – weniger Prototypen entwickeln. Sie fordern den Einsatz intelligenter Messtechnik, die die Entwicklungszeiten drastisch verkürzt und in der Bedienung so einfach ist, dass auch weniger gut geschultes Personal problemlos mit ihr arbeiten kann. Es geht, zusammengefasst, um Effizienz und Kostenersparnis. Oder anders formuliert: Die Markteinführungszeit soll schneller und kostengünstiger bei gleichbleibender Produktqualität erfolgen.

Der Messvorgang ist dabei nur Mittel zum Zweck, die Messtechnik nur ein Werkzeug, mit dem ich mich möglichst wenig beschäftigen will. Der oft zitierte Slogan „Ich will einfach nur messen“ stimmt daher nicht. Richtig ist: „Ich will Ergebnisse.“ Ergebnisse, auf die ich mich verlassen kann und für die ich nicht erst ein messtechnisches Studium abschließen muss.

Natürlich wird es nach wie vor Bedarf an messtechnischen Experten geben, die beraten und die Ersteinrichtung und Inbetriebnahme übernehmen. Aber für den eigentlichen Messvorgang ist messtechnisches Know-how immer weniger wichtig. Auch Laien können heute komplexe Messungen durchführen. Aber welche Anforderungen müssen hierfür erfüllt sein?

Die Messtechnik muss über das aus dem Computer-Bereich bekannte Plug & Play Prinzip verfügen. Viele Anbieter messtechnischer Produkte behaupten, man müsse diese einfach nur anschließen und könne sofort mit dem Messen beginnen. Aber Plug & Measure im wahrsten Sinne des Wortes können nur Wenige. Denn hierfür bedarf es einer Messkette mit perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten, bei denen eine Schnittstellen-Problematik erst gar nicht auftritt. Die optimale Voraussetzung hierfür ist, dass die komplette Messkette von nur einem Anbieter stammt.

Aber es gibt noch weitere Punkte, die erfüllt sein müssen: Es bedarf universell einsetzbarer Verstärker, eines durchgängigen Einsatzes der TEDS-Technologie und patentierter Lösungen für die automatische Kompensation der Umgebungsbedingungen. Darüber hinaus muss das Messsystem automatisch überprüfen, ob alle Aufnehmer korrekt angeschlossen sind. Die exklusive APM™-Technologie (Advanced Plug & Measure) ist hierfür eine Lösung, die bei den universellen Messverstärkern der QuantumX-Familie zum Einsatz kommt – die Verstärker erkennen automatisch die angeschlossenen Aufnehmer, umständliche Einstellungen entfallen vollständig. Wichtigster Punkt ist aber die Genauigkeit, mit der die eingesetzte Messtechnik arbeitet. Nur nachgewiesene Genauigkeit bei gleichzeitiger Universalität bringt Effizienz und Kostenersparnis und liefert optimale, verlässliche Ergebnisse. Ein System, das kleine Größen ebenso zuverlässig misst wie große und sämtliche gängigen Aufnehmertechnologien unterstützt, ersetzt gleich mehrere Systeme auf einmal und erübrigt den zeitintensiven Umbau z.B. eines Prüfstandes, den nur ein Fachmann vornehmen könnte.

Können die hier aufgeführten Punkte von kleinen Herstellern erfüllt werden? Solange ein Systemintegrator die Installation und Inbetriebnahme übernimmt und auch später mit seinem Know-how bei Anpassungen zur Verfügung steht, können sich auch die Produkte von kleinen Herstellern am Markt behaupten. Sollen aber die oben genannten Anforderungen der Unternehmen erfüllt werden, geraten sie schnell an ihre Grenzen. Von internationalen, länderübergreifenden Projekten ganz zu schweigen. Klein-Hersteller werden daher zunehmend an Bedeutung verlieren. Nicht nur, dass sie nicht eine vollständige Messkette aus einer Hand und damit kein echtes Plug & Measure bieten können. Im Investitionsgütermarkt ist Vertrauen und Verlässlichkeit ein nicht zu unterschätzender Faktor. Werde ich in fünf Jahren noch den gleichen Produktsupport bekommen wie heute? Was ist, wenn ich dann ein Ersatzteil benötige oder meine Software ohne ein Upgrade nicht unter dem neuesten Windows-Betriebssystem arbeitet? Fragen, die in Zeiten immer knapperer Budgets an Bedeutung gewinnen. Soll ich mich da wirklich auf einen Klein-Anbieter verlassen, der über kurz oder lang vielleicht wieder vom Markt verschwindet?

Auf den ersten Blick mögen Klein-Anbieter und zum Teil auch die großen Firmen der Branche aufgrund ihrer Produktpreise eine attraktive Wahl darstellen. Doch der Einkaufspreis ist irrelevant. Ein Produkt, das in der Anschaffung billig ist, aber aufgrund einer langwierigen Inbetriebnahme zehnmal mehr Personalkosten verursacht, ist eben nur auf den ersten Blick ein Schnäppchen. Was wirklich zählt, sind die Total-Cost-of-Ownership. Also die Kosten, die die Messtechnik über Jahre von der Anschaffung über die Inbetriebnahme und den laufenden Gebrauch bis zum Ersatz verursacht. Und die sind bei Messtechnik mit einem höheren Einkaufspreis in der Regel sehr viel geringer.

Könnte ich mir all diese Überlegungen nicht einfach durch den Einsatz einer Simulations-Software, also quasi mit einem Mausklick, ersparen? Wäre dies nicht noch mehr Plug & Play? Aber wie will man das mögliche Verhalten insbesondere von neuen Materialien, wie z.B. Faserverbundstoffen, simulieren, wenn noch keine grundlegenden Erkenntnisse und Erfahrungswerte darüber vorliegen? Ohne verlässliche Messdaten lassen sich die Ergebnisse von Simulations-Softwarelösungen nicht verifizieren, da ich Gefahr laufe, von falschen Voraussetzungen auszugehen. Virtuelle Tests eignen sich nur für bekannte und bewährte Werkstoffe – hier bieten sie allerdings zahlreiche Vorteile und garantieren insbesondere drastisch reduzierte Entwicklungskosten und -zeiten.

Bei der Auswertung von Messdaten führt heute kein Weg mehr an Softwarelösungen vorbei. Denn die schnellen Schnittstellen heutiger Messsysteme produzieren Datenmengen, die eine effektive Verarbeitung erschweren. Was sind die relevanten Aussagen? Welche Ergebnisse sind wirklich wichtig? Ohne eine leistungsstarke Analysesoftware, wie z.B. nCode GlyphXE, für das Post-Processing der Messdaten lassen sich weder die Eingangs genannte Forderung nach mehr Effizienz, noch die nach Kostenersparnis erfüllen. Dass diese Software durch eine intuitiv zu bedienende Benutzeroberfläche dem Plug & Measure Prinzip nicht zuwiderlaufen darf, versteht sich von selbst.

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