Einfach erklärt: Wie funktioniert das eDrive-Testing?

Stefan Staudt, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Aschaffenburg, nutzt das eDrive-System von HBM schon seit einigen Jahren. In diesem Video erklärt er den Systemaufbau, führt Live-Tests durch und analysiert die Ergebnisse. 

 

Interview: Warum wir HBM's eDrive-Testing-Lösung einsetzen

Prof. Paolo Guglielmi
Prof. Radu Bojoi

Prof. Paolo Guglielmi und Prof. Radu Bojoi , Außerordentlicher Professoren für elektrische Maschinen und Antriebe am Fachbereich Energie der Polytechnischen Universität Turin, erklären in dem Interview mit HBM wie sich die Effizienz elektrischer Maschinen und Inverter steigern lässt und warum sie das eDrive System nutzen.

Wo sehen Sie heute beim Testen elektrischer Antriebe die größten Herausforderungen?

Als eine der größten Herausforderungen betrachte ich die Auswertung der Grundschwingung der Spannung für Motoren mit PWM-Versorgung. Womit sich die Entwicklung jedoch auch in der Zukunft stärker beschäftigen muss, ist die korrekte Synchronisation aller elektrischen und mechanischen Größen sowie die Zertifizierung der Ergebnisse wie z. B. Wirkungsgrad und Drehmoment.

Wie lässt sich die Effizienz elektrischer Maschinen und Inverter aus Ihrer Sicht am besten steigern?

Es müssen neue Technologien im Bereich der leistungselektronischen Komponenten und neue Materialien für die Konstruktion von Elektromotoren entwickelt werden. Weiterhin ist die Integration von Leistungselektronik und Elektromotor von entscheidender Bedeutung. Fundierte Kenntnisse von Motor und Inverter vorausgesetzt, kann deren Wirkungsgrad durch die Optimierung der Regelstrategie verbessert werden.

Sie setzen die eDrive-Testing-Lösung von HBM ein. Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptvorteile gegenüber der klassischen Power Meter / Oszilloskop-Kombination in dieser Messaufgabe?

Wir profitieren von leistungsfähigerer Datenerfassung und -speicherung. Für die Auswertung der Daten stehen sehr nützliche Post-Processing-Funktionen zur Verfügung. Gegenüber der klassischen Power Meter / Oszilloskop-Kombination gibt es hier einen großen Vorteil: Viel mehr nicht-elektrische Größen wie Drehmoment, Drehzahl oder Temperaturen können erfasst werden. Zudem gehört Zeitversatz bei der Datenerfassung der Vergangenheit an und kann nun kompensiert werden.

Mit der eDrive Lösung von HBM können neben Strom, Spannung, Drehzahl, Drehmoment auch andere Signale wie Temperaturen erfasst werden. Inwieweit spielt dies für Ihre Anwendungen eine Rolle?

Das ist für uns sehr wichtig, um elektrische, mechanische und thermische Größen zu korrelieren und so ein komplettes Bild der Antriebsmaschine zu erhalten.

Mit der Live-Leistungsberechnung ist eine entscheidende Funktionserweiterung zur eDrive-Testing-Lösung hinzugekommen. Inwiefern profitieren Sie davon?

Wir haben die Live-Leistungsberechnung noch nicht genutzt; sie könnte jedoch nützliche Informationen für Online-Prüfungen liefern.

Stellen Sie sich vor, wir schreiben das Jahr 2020: Was hat die Leistungs-Messtechnik – vom Sensor über den Verstärker bis zur Software – bis dahin dazu gelernt?

Wir erwarten, dass es drahtlose Datenerfassung vom Sensor bis zum Datenrekorder gibt. Bis 2020 sollten mindestens doppelt so hohe Messraten und Sensorbandbreiten implementiert sein. Weiterhin wird uns die Messtechnik der Zukunft schnelle Datenverarbeitung in Echtzeit und Möglichkeiten für EMV-Prüfungen zur Verfügung stellen

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