Minesto nutzt Messtechnik von HBM zur Energiegewinnung aus Gezeiten- und Meeresströmungen

Dehnungsmessstreifen als entscheidender Faktor in Projekt zu grüner Technologie

Bereits seit einiger Zeit schöpft das im Bereich saubere Technologien tätige schwedische Unternehmen Minesto eine der ergiebigsten Energiequellen der Zukunft aus.

Derzeit werden die preisgekrönten Gezeitenkraftwerke des Unternehmens in den Tiefen des Meeres vor der Küste Nordirlands getestet. Dehnungsmessstreifen (DMS) von HBM spielen im Inneren des Prototypen eine wichtige Rolle bei der Prüfung des Verhaltens der Anlage im Wasser und beim Messen der Kräfte, denen sie ausgesetzt ist.

Die Meere bedecken 70 Prozent der Erdoberfläche. Minesto, das größte auf Energiegewinnung aus dem Meer spezialisierte Unternehmen Skandinaviens, stellt diese größtenteils unerschlossene Energiequelle in den Fokus. 2007 entwickelte Minesto unter der Bezeichnung 'Deep Green' ein neues Konzept für Gezeitenkraft.

Stromerzeugung bereits angelaufen

Deep Green ist ein verhältnismäßig kleines Kraftwerk, das auch bei langsam strömendem Wasser bereits Energie aus dem Meer gewinnen kann und wird dadurch deutlich kosteneffizienter als herkömmliche Techniken. Sowohl Investoren als auch potenzielle Kunden sind sehr interessiert und das Unternehmen plant den Start der ersten Großanlage für 2017. In der Testanlage vor Nordirland produziert Deep Green jedoch bereits Strom durch Nutzung langsamer Gezeitenströme.

Das Kraftwerk Deep Green ähnelt einem unter Wasser dahin rauschenden Drachen; es hat ein Schaufelblatt und eine Turbine, die am Meeresgrund verankert sind. Es bewegt sich auf einer schnellen 8-förmigen Bahn im Wasser.

Wie ein Drachen

Das Geheimnis von Deep Green liegt in der Bewegung. Es fliegt wie ein Drachen in einer Achterbewegung unter Wasser und erreicht dabei eine bis zu zehn mal höhere Geschwindigkeit als die Strömungen im umgebenden Wasser. Der Prototyp im Maßstab 1:4 kann daher bei einer Gezeitenströmung von einem Meter pro Sekunde 3 kW erzeugen. Das Ziel für 2017 ist der Start eines Kraftwerksparks mit 0,5 MW in Wales, der schließlich auf bis zu 10 MW ausgebaut werden soll.

Messungen im Prototypen

Minesto arbeitet nach einem straffen Entwicklungsplan, im Rahmen dessen nun die fünfte Generation des Kraftwerksprototypen im Maßstab 1:4 erreicht wurde. Komplexe Berechnungen und Simulationen sind wichtig in der Entwicklungsarbeit, echte Messungen sind jedoch ebenfalls von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass das Projekt auf dem richtigen Weg ist. Minesto hat das Fachwissen von HBM genutzt, um in Deep Green Dehnungsmessstreifen bestmöglich zu installieren.

Heije Westberg, CTO bei Minesto, erläutert: "Wir wurden von HBM bestens unterstützt. Dehnungsmessstreifen gehören nicht zu unserem Kerngeschäft, daher ist es wichtig, das entsprechende Expertenwissen aus dem Bereich Messtechnik einzuholen. HBM hat Erfahrung mit Offshore-Installationen und verfügt über bessere Werkzeuge als wir. Letztendlich ist es einfacher und auch kostengünstiger professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich vollständig darauf verlassen zu können, dass die Installation solide ist und zuverlässige Messergebnisse liefert."

Aufgrund der beengten Verhältnisse im Prototypen hat HBM DMS direkt auf die Komponenten des Kraftwerks von Minesto geklebt, bevor sie zusammengebaut wurden.
Obwohl die Dehnungsmessstreifen im Kraftwerk relativ geschützt sind, ist es doch wichtig sicherzustellen, dass die feuchte Umgebung das Messergebnis in keiner Weise beeinträchtigt.

Feuchtigkeit und Platzmangel - eine Herausforderung

Obwohl die Dehnungsmessstreifen im Kraftwerk relativ geschützt sind, ist es doch wichtig sicherzustellen, dass die feuchte Umgebung das Messergebnis in keiner Weise beeinträchtigt. Das kann HBM dank seiner bewährten Installations- und Auslegungstechnik für Offshore-Umgebungen garantieren. Der Platzmangel im Prototypen stellt eine weitere Herausforderung dar und führte dazu, dass HBM noch vor der Montage der Anlagenteile im Labor von Minesto die DMS direkt aufklebte.

Prüfungen und Messungen während des Entwicklungsprozesses sind für Minesto selbstverständlich: "Man kann jede Größe berechnen, man muss nur wissen, dass es sie gibt. Wir erleben immer wieder Überraschungen durch Wind, Wellen oder andere unbekannte Lasten. Daher ist es erforderlich nicht nur Lasten zu simulieren, sondern auch die Realität zu verifizieren," sagt Heije Westberg. "Da wir das Kraftwerk nicht überdimensionieren können, nur um auf der sicheren Seite zu sein, müssen wir genau wissen, welcher Art von Kräften es ausgesetzt ist."

Die Großanlagenversion von Deep Green wird nur sieben Tonnen wiegen und in 60-120 Metern arbeiten.

Globale Planung

Messungen werden bei Minesto auch weiterhin eine entscheidende Rolle spielen. Die Pläne für die erste Großanlage sehen die Integration von Vorrichtungen für die Kraftmesssung vor. Für die Zukunft hat das Unternehmen große Pläne - die kommerzielle Energieerzeugung aus langsamen Meeres- und Gezeitenströmungen. Auch weltweit gibt es Möglichkeiten; auf einigen Kontinenten laufen bereits erste Projekte. Minesto arbeitet weiterhin an seiner Mission, den globalen Fußabdruck der Energiebranche zu minimieren.

Über Minesto

  • Skandinaviens größtes Unternehmen für saubere Technologien im Bereich der Energiegewinnung aus dem Meer
  • Gegründet in 2007
  • Der Hauptsitz ist in Gothenburg, in Großbritannien gibt es eine Tochtergesellschaft
  • Das Unternehmen entwickelt Kraftwerke für die kommerzielle Energieerzeugung aus langsamen Meeres- und Gezeitenströmungen
  • Das Meereskraftwerk Deep Green ist patentiert
  • Von der schwedischen Zeitung Ny Teknik als eines der 33 innovativsten jungen Technologieunternehmen Schwedens genannt und von der britischen Zeitschrift Power Technology anerkannt
  • Börsennotiert bei Nasdaq First North Stockholm. Hauptanteilseigner sind BGA Invest und Midroc New Technology

Hier erfahren Sie mehr über Minesto

Kontakt / Fragen? Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.