HBM-Messverstärker verarbeitet Daten von großem Hydraulikprüfstand

Hydrauflush International B.V. mit Sitz in Wormerveer in den Niederlanden ist Spezialist für die Wartung und Instandsetzung von Hydraulikanlagen. Ein Teil der Wartungsarbeiten wird vor Ort durchgeführt, wobei die Überholung von Hydraulikpumpen, -motoren, -zylindern und -aggregaten in der eigenen Werkstatt stattfindet. Hydrauflush hat einen 400-kW-Prüfstand für Motoren und Pumpen bis zu 1000 Kubikzentimeter, der einer der größten dieser Art in den Niederlanden ist. Seit Mai 2015 werden Messdaten mit einem Universalmessverstärker QuantumX von HBM verarbeitet und mit der Software catman®Easy von HBM gleich neben dem Prüfstand live angezeigt, um dem Prüfingenieur und Bediener eine sehr klare und unmittelbare Vorstellung vom Fortgang der Tests zu geben.

Hydrauflush International wurde 2008 gegründet und ist Spezialist für die Wartung und Instandsetzung von Hydraulikanlagen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um große Hydrauliksysteme auf Schiffen, Offshore- und Nassbaggeranlagen sowie in Kränen, Schleusen und Anlagen in der Schwerindustrie. Das Unternehmen hat eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz in der Überholung solcher Systeme vorzuweisen. Allseas, Boskalis, Heerema, Huisman, Rusch Offshore und Van Oord gehören zu den Kunden. Ein Projekt, das in diesem Bereich besonderes Aufsehen erregte, war die Überholung des Hydrauliksystems auf dem Fallrohr-Schiff ‚Rollingstone‘ der DEME-Gruppe in gerade einmal zweieinhalb Wochen. Die Arbeiten betrafen insgesamt 15 große Pumpen, Motoren und andere Teile.

„Eine unserer Spezialitäten ist das Spülen von Hydrauliksystemen“, sagt Michel Dijkman, CEO von Hydrauflush. „Dafür haben wir einen eigenen Spülbehälter entwickelt, der weltweit eingesetzt werden kann. Außerdem haben wir zwei als Schlauchbehälter ausgestattete Einheiten, mit denen wir Hydraulikschläuche und -leitungen vor Ort anpassen, mit bis zu 1790 bar Druck beaufschlagen und zertifizieren können.“ Hydrauflush ist in den letzten Jahren auch in der Industrie stärker aktiv geworden, insbesondere bei der Wartung und Überholung von Hydrauliksystemen in Produktions- und Recyclinganlagen.

Der Prüfstand

Das Team von Hydrauflush baut Hydrauliksysteme aus und bringt sie nach Wormeveer zur Überholung in die Werkstatt. Nach der Überholung werden die Pumpen, Motoren, Aggregate, Zylinder, Verteiler und anderen hydraulischen Bauteile wieder zurückgebracht und in die Schiffe, Plattformen und anderen Anlagen eingebaut. Einige Arbeiten werden in der firmeneigenen Werkstatt durchgeführt. Darüber hinaus arbeitet Hydrauflush mit anderen Spezialisten zusammen, wenn es beispielsweise um das Aufbringen spezieller Beschichtungen für den Offshore-Bereich geht. In der Hydrauflush-Werkstatt gibt es einen elektrischen 400-kW-Prüfstand für Motoren und Pumpen mit einem Volumen von bis zu 1000 Kubikzentimetern. Damit gehört er zu den größten Prüfständen für Hydraulikanlagen im Land und ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal für Hydrauflush.

Ein Frequenzregler ermöglicht das kontrollierte Starten von Motoren und Pumpen bis zu 1480 Umdrehungen pro Minute (min-1). Für den Testaufbau können ganze Anlagen konstruiert werden, einschließlich Motor, Ventilen, Verteilern und Zylindern. Im Prüfstand werden die Systeme nicht nur getestet, sondern auch eingestellt und gemäß Werksspezifikationen zertifiziert.

Direkte Überwachung der Tests

Hydrauflush arbeitet bereits seit 2015 mit einem Messverstärker QuantumX von HBM. Verschiedene für den Offshore-Einsatz zugelassene Sensoren der Firma Hydac messen Temperatur, Ölfluss, Regel- und Öldruck bis zu rund 630 bar. „Letztendlich möchten wir auch Drehmomentprüfungen im Prüfstand durchführen“, sagt Dijkman. „Mit der Software catman®Easy von HBM verarbeiten wir alle Messdaten vollständig. Wir zeigen sie sofort auf dem Bildschirm neben dem Prüfstand an, sodass die Tests direkt überwacht werden können. Die Prüfungen dauern durchschnittlich etwa drei Stunden. Die Software visualisiert und protokolliert die Messdaten. catman erzeugt automatisch Prüfberichte, sowohl für unsere Prüfprotokolle als auch für unsere Kunden - eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu unserer üblichen Herangehensweise mit Microsoft Excel™-Tabellen, die wir bisher zur Verfügung gestellt hatten. Zudem kann sich HBM aus der Ferne in das Datenerfassungssystem einloggen, um uns im Falle von Problemen zu unterstützen.“

"Die Wartung von Hydrauliksystemen findet nicht immer die Beachtung, die sie verdient"

„Wir haben den Eindruck, dass die Wartung von Hydrauliksystemen nicht immer die Beachtung findet, die sie verdient“, sagt Michel Dijkman, CEO von Hydrauflush. „Hydrauliksysteme gelten als sehr robust. Das ist richtig, heißt aber nicht, dass auf Wartung verzichtet werden kann. Wir treffen unterschiedliche Gegebenheiten an, die sehr stark von der Anwendung abhängen. In einigen Bereichen wird Wartung als Störfaktor angesehen, der zusätzliche Kosten verursacht. So haben wir beispielsweise bei einigen Recyclingbetrieben und Schrottplätzen Hydraulikkräne und -anlagen gesehen, denen seit Jahren keine Beachtung geschenkt wurde. Wenn die Hydraulikanlage erst einmal undicht und verschmutzt ist und die Schläuche nie ausgetauscht wurden, macht es mehr Sinn, ein neues System zu kaufen als das alte zu überholen. Aber wir sehen auch Hydraulikanlagen, zum Beispiel auf Offshore-Plattformen, die sorgfältig gewartet wurden. Die Wartungsintervalle von 10.000 Betriebsstunden wurden strikt eingehalten und die Schläuche alle sieben Jahre ausgetauscht. Ein Versagen in einer Hydraulikanlage hat enorme Kosten und Zeitverluste zur Folge; daher haben Sicherheit und Verfügbarkeit hier absolute Priorität.