Einsatz aseptischer Wägezellen ermöglicht drastische Verkürzung der Reinigungszeiten von Abfüllanlagen

Ein europäisches Forschungsprojekt zu hygienischem Design in der lebensmittelverarbeitenden Industrie macht deutlich, welches Potenzial der Einsatz aseptischer und hygienischer Wägezellen in Dosier- und Abfüllanlagen bietet. Die Verwendung der von HBM speziell für aseptische Anwendungen entwickelten Wägezelle PW27 verkürzt die Reinigungszeit des Sensorsystems für die Abfüllung um 29 Prozent. Die Integration dieser Wägezellen in der Lebensmittel-Industrie wird damit zu einem echten Wettbewerbsvorteil.

Vergleich zwischen traditionellen und aseptischen Lösungen

Mehrere Partner aus Forschung und Industrie haben in dem von der EU geförderten Projekt „ECODHYBAT“ die Möglichkeiten untersucht, wie die Umweltauswirkungen der Lebensmittelverarbeitung durch den Einsatz aseptischer und hygienischer Maschinenkomponenten verringert werden können. Im Rahmen des Programms hat HBM seine aseptischen Wägezellen des Typs PW27 geliefert.

Die Untersuchung wurde von Ainia durchgeführt. Ainia ist ein Technologiezentrum im spanischen Valencia, das bereits an vielen Projekten im Rahmen europäischer Initiativen mitgearbeitet hat und über eine mehr als 25-jährige Erfahrung in Forschung und Entwicklung verfügt. Ainia untersuchte den Hygienegrad und die Reinigungszeit einer aseptischen Wägezelle PW27 von HBM im direkten Vergleich zu einer herkömmlichen Wägezelle (PW15AH, ebenfalls von HBM).

Aseptische und hygienische Wägezellen

Wägezellen dienen zur Bestimmung des Gewichts beim Abfüllen, Dosieren und Verpacken in der Lebensmittel-Industrie. Sie kommen oft in direkten Kontakt mit den zu verwiegenden Stoffen. Deshalb kommt es bei diesen Sensoren nicht nur auf Präzision an, sondern sie müssen in den Maschinen auch gut zu handhaben und leicht zu reinigen sein. Hygienische und aseptische Wägezellen sind daraufhin optimiert, dass ihre Formen und Flächen die Ansammlung von Schmutz und Bakterienwachstum verhindern.

Die Wägezellen PW15AH (links) und PW27 (rechts) nach ihrer Verwendung.

Wie die Forschungsarbeiten zeigen, bieten aseptische Wägezellen eindeutige Vorteile: Der Zeitaufwand für die Reinigung aseptischer Wägezellen war um 29 Prozent geringer als bei herkömmlichen Wägezellen. In den Experimenten wurden die beiden Wägezellen getestet, nachdem sie mit einer Lösung aus Vollmilch, Fluorescein, Ethanol und einem Farbstoff verunreinigt worden waren. Im ECODHYBAT-Projekt wurden die Reinigungsarbeiten in mehreren Schritten getestet und danach analysiert. Schließlich wurde der erforderliche Zeitaufwand für die Entfernung von 99 Prozent des Schmutzes von den Wägezellen an einer Reihe von Prüfmustern gemessen.

Um 29 Prozent schnellere Reinigung bei aseptischen Wägezellen

Die durchschnittliche Reinigungszeit für eine herkömmliche Wägezelle betrug 4 Minuten und 36 Sekunden. Dagegen wurden für die Reinigung der aseptischen Wägezelle nur 3 Minuten und 11 Sekunden benötigt. Dies entspricht einer Gesamtzeitersparnis von 29 Prozent. Dank der Verwendung der aseptischen Wägezellen kann die Maschine schneller gereinigt werden und ist daher innerhalb kürzerer Zeit bereit für den nächsten Abfüllprozess.

Erforderlicher Zeitaufwand zum Entfernen von 99 Prozent der Verschmutzung (in Minuten):

 

Test 1 Test 2 Test 3 Test 4
PW15AH (herkömmlich) 3,5 4 4,5 6,6
PW27 (zertifiziert) 2,5 4 2,6 3,6
Differenz (Minuten) 1 0 2 3
Zeitersparnis beim Reinigen der zertifizierten Wägezelle 29% 0% 43% 45%

98 Prozent des Schmutzes wurden innerhalb von nur eineinhalb Minuten abgespült

Die von Ainia durchgeführten Studien zeigen auch, dass mit einer aseptischen Wägezelle schneller ein sehr hoher Reinheitsgrad erreicht werden kann: 98 Prozent der Verschmutzung auf aseptischen Wägezellen konnten bereits nach 1,5 Minuten entfernt werden, während von der herkömmlichen Zelle innerhalb der gleichen Zeit nur 80 Prozent entfernt worden waren.